"Innovative Themen in Bildung und Wissenschaft, insbesondere in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Energie- und Ingenieurwesen"
Koordinatoren
Prof. Dr. Wilfried Bergmann, Stellv. Generalsekretär, DAAD
Prof. Dr. Ljudmila Werbizkaja, Rektorin, Staatliche Universität St. Petersburg
Die Arbeitsgruppe Bildung und Wissenschaft wird sich schwerpunktmäßig mit den generellen Themen Umsetzung des Bolognaprozesses, Maßnahmen im Rahmen der Strategischen Partnerschaft und besondere Förderung von Graduierten beschäftigen.
Wie in den früheren Jahren auch werden daneben eine Reihe von Einzelprojekten vorgestellt, diskutiert und bewertet werden. In diesem Jahr spielen hier die Fragen der Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Rohstofferkundung und -entwicklung, Bio- und Polarforschung, Verkehrslogistik, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie angewandte Physik eine besondere Rolle. 
Foto: Thomas Augsten Zudem wird die Fortentwicklung der Deutsch-Russischen Jugendstiftung und deren geplante Maßnahmen Beratungsgegenstand sein.
Im Folgenden finden Sie nähere Informationen zu den einzelnen Themen und Projekten:
Koch-Metschnikow-Forum
Seit mehreren Jahren arbeiten deutsche und russische Mediziner auf dem Gebiet der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, insbesondere Tuberkulose, Hepatitis, Aids und Blutkrankheiten, zusammen. Um diese Kooperation zu erweitern und ihr zugleich eine institutionelle Form zu geben, haben sich unter Federführung der Berliner Medizinischen Gesellschaft und der Charité Berlin Infektionsspezialisten zum Koch-Metschnikow-Forum zusammengeschlossen. Eine gleichartige Einrichtung ist auf russischer Seite im Aufbau, wobei dort die Metschnikow-Akademie St. Petersburg und die Russische Akademie der Medizinischen Wissenschaften federführend sind.
Bisher wurden mehrere gemeinschaftliche Projekte durchgeführt, wie z.B. deutsch-russische Kongresse zu infektologischen Themen (Tbc, Hepatitis, Infektionsimmunologie). Gemeinsame wissenschaftliche Projekte zur Immunologie der Tuberkulose wurden zwischen dem Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie Berlin, dem Zentralen Tbc-Forschungsinstitut Moskau und der Medizinischen Universität Tomsk begonnen, solche zur Qualitätskontrolle der Arbeit infektionsdiagnostischer Laboratorien zwischen der Charité Berlin und dem Moskauer Aids-Zentrum sowie klinische Studien zur Moxifloxacin-Therapie von Patienten mit hochresistenten Erregern zwischen der Staatlichen Universität Tomsk und Bayer Pharma.
Das neue Arbeitsprogramm, das auf fünf plus fünf Jahre derzeit angelegt ist, wurde von der Arbeitsgruppe Bildung und Wissenschaft des Petersburger Dialogs initiiert und unterstützt. Es sieht insbesondere neben der Durchführung wissenschaftlich-praktischer Veranstaltungen zur gegenseitigen Information und Weiterbildung ein Austausch-Programm für Nachwuchsmediziner und den Austausch von Präparaten und technischen Mitteln vor. Die Zusammenarbeit wird derzeit neben den o.a. Einrichtungen auch vom Deutsch-Russischen Forum, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst sowie zahlreichen Unternehmen gefördert, da die Zielsetzung der Infektionsbekämpfung neben der wissenschaftlichen und fachlichen Zusammenarbeit weit reichende zivilgesellschaftliche Aspekte hat.
Um diese Zusammenarbeit zu konkretisieren, ist vorgesehen, während des Petersburger Dialogs 2006 in Dresden ein Protokoll der Zusammenarbeit für die nächsten 10 Jahre zu unterzeichnen. Das Projekt könnte damit das bisher umfangreichste der medizinischen Zusammenarbeit beider Länder werden und zur Umsetzung der G-8-Beschlüsse vom 17. Juli 2006 in St. Petersburg dienen. Das Bundesministerium für Gesundheit ist in die Programmvorbereitung eingebunden. Es wäre deshalb wünschenswert, die Unterzeichnung dieses weit reichenden Programms in Anwesenheit der führenden Politiker aus beiden Staaten vorzunehmen.
Kompetenzzentrum Rohstoffe
Die enge Zusammenarbeit beider Länder auf dem Gebiet der Rohstoffe, beginnend mit der Forschung und Entwicklung, über die Lehre und den Austausch von akademischen Nachwuchskräften ist Ziel der Weiterentwicklung der Kooperation beider Staaten auf diesem Sektor. Die Arbeitsgruppe Bildung, Wissenschaft und Gesundheitsvorsorge des Petersburger Dialogs hatte deshalb die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen der Technischen Bergakademie Freiberg/Sachsen und dem Staatlichen Bergbauinstitut (Universität) St. Petersburg begrüßt und vorgeschlagen – nach entsprechenden Kontakten zu interessierten Kreisen der Wirtschaft – ein „Kompetenzzentrum für Rohstofffragen“ aufzubauen, das primär an den beiden Hochschulen angesiedelt sein soll.
Ziele des Kompetenzzentrums sind insbesondere:
Forschung und Entwicklung auf dem gesamten Gebiet der Rohstoffe. Hierzu gehört die Exploration, Entwicklung, Verarbeitung und Wiederverwendung der Rohstoffe sowie der gesamte Bereich des mit dem Bergbau und der Verarbeitung verbundenen Umweltschutzes, wobei zukünftigen Rohstoffen eine besondere Bedeutung zukommt.
Weiterentwicklung von Lehre und Ausbildung in allen rohstoffbezogenen Disziplinen durch Zusammenarbeit mit den russischen Partnern, insbesondere durch einen projektbezogenen akademischen Austausch von praktischem Know-How.
Die Zusammenarbeit soll neben den genannten langfristigen Maßnahmen auch durch gemeinsame wissenschaftliche Tagungen unterstützt werden, um auch die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und einschlägigen Wirtschaftsstrukturen zu verzahnen, sowie durch die Entwicklung gemeinsamer Publikationen und Lehrmaterialien.
Während des Petersburger Dialogs 2006 in Dresden ist vorgesehen, zwischen den beiden genannten Hochschulen eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit in den nächsten fünf Jahren mit Optionsmöglichkeit für weitere fünf Jahre zu unterzeichnen. Dabei soll die Zusammenarbeit so angelegt werden, dass auch weitere fachlich einschlägige Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft beider Staaten in dem Zentrum mitarbeiten können; die Kooperation mit weiteren internationalen Einrichtungen soll offen gehalten werden.